Home Office Tip: Virtuelles Grüssen

blogbeitrag_virtuelle-teams-817x544Michael Bartz, Prof. IMC FH Krems

Vor einiger Zeit hatte ich eine Gruppendiskussion zum Thema “Spielregeln für mobiles Arbeiten” in einem Unternehmen. Aus der Gruppe kam ein Vorschlag zum virtuellen Grüßen. Das hörte sich seltsam an. Aber schnell wurde klar, dass das etwas ist, was wir im Büro ohnehin tun. Und dieses Verhalten wurde in smarter Art und Weise übersetzt auf die virtuelle Arbeitssituation im Home Office.

Stellen sie sich vor, sie müssen um 14.00 Uhr kurz zum Arzt für eine Routineuntersuchung. Sie kommen morgens ins Büro. Und was machen sie mit großer Wahrscheinlichkeit? Sie geben den KollegInnen im direkten Umfeld gleich beim Guten Morgen Bescheid. So in der Form: “Hej. Hört mal. Ich muss nach dem Mittagessen kurz raus, zum Arzt. Ich bin dann um 15.30 Uhr spätestens wieder zurück.”

Jetzt stellen sie sich das Home Office vor: Niemand bekommt so klar mit, wann sie in der Früh beginnen, zu arbeiten. Niemand hat so wirklich eine Ahnung, wann sie Pause machen werden und ggf. nicht verfügbar sind. Aus diesem Grund machen drei Dinge Sinn:

  • Grüßen sie ihr direktes Arbeitsumfeld bei Home Office Arbeitsbeginn in der Früh. Nutzen sie dafür Mail oder Chat.
  • Geben Sie bei der Gelegenheit kurz Bescheid, wie sie sich den Tagesablauf vorgestellt haben (bin zwischen 14.00 und 15.30 Uhr kurz raus beim Arzt…).
  • Und auch am Nachmittag oder Abend, wenn sie dann wirklich Schluss machen wollen und Ruhe haben wollen: Verabschieden sie sich kurz auf dem selben Weg. Eine kurze Mail zum Beispiel: “Ich bin dann jetzt raus für heute. Morgen bin ich…”.

Natürlich könnten sie sich darauf verlassen, dass ihre KollegInnen ihren elektronischen Kalender einsehen und erkennen können, wann sie verfügbar sind. Und das ist auch perfekt für das weitere Arbeitsumfeld. Beim virtuellen Grüßen geht es um ihr allernächstes Arbeitsumfeld. Denken sie kurz nach: Wer sind die drei oder fünf Kolleginnen und Kollegen an einem bestimmten Tag, die jobbedingt in ihrem Fokus sind oder für die sie im Fokus sind. Bei diesen wenigen Personen geht es darum, diesen kleinen Premiumservice zu erbringen, damit die Zusammenarbeit funktioniert und die Erwartungen für den Tag gleich richtig gesetzt sind.

Ja. Virtuelles Grüßen klingt merkwürdig. Macht aber Sinn im engsten Arbeitsumfeld. Der Aufwand ist vergleichsweise gering und die Wirkung groß.

Noch ein kleiner Nachspann zum wissenschaftlichen Hintergrund, wen es interessiert: Hierbei geht es um Shared Context und Shared Identity. Im Büro kennen wir uns recht gut, wissen einander gut einzuschätzen und wissen auch, wie wir z.B. bestimmte Verhaltensweisen oder Aussagen einzuschätzen haben. Durch virtuelles Arbeiten schmilzt dieses Verständnis zu einem gewissen Grad. Deswegen müssen Dinge expliziter erklärt, Erwartungen gesetzt und insgesamt viel planerischer kommuniziert werden. Das dient dazu, die Lücken zu schließen, die sich bei Shared Context und Shared Identity in virtuellen Arbeitsumgebungen auftun.

Mehr Information zu neuen innovativen Arbeitsformen und Unternehmen der nächsten Generation:

https://newworldofwork.wordpress.com/

http://www.thomasschmutzer.com/

Quelle Bild: http://www.talente-bewegen.de/virtuelles-fuehren-erfolgsfaktoren/

 

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